106-201: Der Mythos von den Weltaltern
Willst du, so werd' ich sogleich ein anderes Wort noch berichten
Klar und mit Kunst; du aber erfass es mit willigem Herzen,
Wie aus dem selbigen Grund aufsprossten die Götter und Menschen.
Vorerst schufen ein goldnes Geschlecht hinfälliger Menschen
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Sie, die unsterblichen Götter, olympische Häuser bewohnend.
Ihnen gebot noch Kronos, indem er den Himmel beherrschte.
Diese nun lebten wie Götter, von Sorgen befreit das Gemüte,
Fern von Mühen und fern von Trübsal; lastendes Alter
Traf sie nimmer; an Händen und Füßen die nämlichen immer,
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Freuten sie sich bei Gelagen, entrückt stets jeglichem Übel.
Wie vom Schlummer bezwungen verschieden sie; keines der Güter
Missten sie; Frucht gab ihnen das nahrungsspendende Saatland
Gern von selbst und in Hülle und Fülle; und ganz nach Belieben
Schafften sie ruhig das Werk im Besitze der reichlichsten Gaben,
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Wohl mit Herden gesegnet, den seligen Göttern befreundet.
Jetzt, seitdem nun dieses Geschlecht von der Erde bedeckt ist,
Sind nach dem Willen des Zeus, des erhabnen, sie sämtlich Daimonen,
Freundliche Erdumwaller, der sterblichen Menschen Behüter;
Diese belauschen das Tun des Gerechten, sowie die Gewalttat,
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Während, in bergende Luft sie gehüllt, durchschreiten die Lande,
Reichtum spendend; auch darin bestand ihr königlich Vorrecht.
Wieder ein zweites Geschlecht, bei weitem geringer und silbern,
Schufen die Götter hierauf, die Bewohner olympischer Häuser,
Weder an Wuchs mit dem goldnen vergleichbar, noch an Gesinnung,
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Sondern ein ganz Jahrhundert hindurch bei der sorgenden Mutter
Wuchs voll kindischer Lust, unmündig, der Knabe im Haus auf.
Aber sobald er erstarkt und der Mannheit Reife gewonnen,
Lebt' er nur noch wenige Zeit, von Leiden umgeben
Durch sein töricht Treiben; sie konnten den frevelnden Mut ja
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Nicht vor dem Nächsten bezähmen, den Ewigen wollten sie nimmer
Dienen und auf den Altären die Seligen ehren mit Opfern,
Wie es bei Sterblichen Brauch und Recht ist. Darum vertilgte
Sie alsbald der Kronide, ergrimmt, dass jene die Ehrfurcht
Vorenthielten den Göttern, den seligen, auf dem Olympos.
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Jetzt, seitdem auch dieses Geschlecht von der Erde bedeckt ist,
Heißen sie selige Toten des unteren Reiches, die zweiten
Zwar an Rang; doch genießen auch sie trotzdem noch der Ehre.
Wieder ein anderes, drittes Geschlecht hinfälliger Menschen
Schuf aus Erz nun der Vater, in allem dem silbernen ungleich,